
Unsere Geschichte: Brücken bauen, wo andere Mauern sehen.
Wer wir sind und was uns antreibt, lässt sich am besten durch den Weg erzählen, den wir seit 2019 gemeinsam gegangen sind.
Die Geburtsstunde einer Idee
Alles begann im Jahr 2019. Unser Gründer, Marc Mac Leod, beobachtete ein Paradoxon: Während die Wirtschaft händeringend nach Arbeitskräften suchte, gab es auf der anderen Seite viele junge Menschen, die den Anschluss an den Arbeitsmarkt und ein geregeltes Leben verloren hatten.
Seine Vision war simpel, aber kraftvoll: Beide Seiten zusammenbringen. Das Förder- & Hilfswerk Baden wurde ursprünglich als Verein gegründet, um jungen Menschen die „Basics“ zu vermitteln, neue Perspektiven zu eröffnen und sie effektiv in Arbeit zu vermitteln. Wir wollten nicht nur beraten, sondern durch echte Erfahrung neue Sichtweisen ermöglichen.
Wenn Krisen zu Chancen werden
Kurz nach unserem Start traf uns die Pandemie mit voller Härte. Während die Welt stillstand, wuchsen die sozialen Defizite. Marc Mac Leod erlebte durch die Pflege seiner eigenen Angehörigen im häuslichen Umfeld, wie die Strukturen der Tagespflege wegbrachen. Kurzerhand passten wir unser Konzept an: Wir sprangen in der Nachbarschaftshilfe ein, boten Einkaufsservices für Ältere an und minimierten so Risiken für die Hilfsbedürftigen.
Dabei fiel uns ein weiterer Missstand auf: Die Jugendlichen wurden vergessen. In der wichtigsten Phase ihres Lebens – zwischen 14 und 25 Jahren – wurden ihnen Freiräume, erste Beziehungen und soziale Erfahrungen genommen. Wer gegen die damaligen Auflagen verstieß, wurde mit hohen Geldstrafen belegt, die durch Sozialstunden abgeleistet werden mussten. Doch die meisten Einrichtungen waren geschlossen. Wir haben diese Notlage analysiert und eine Lösung geschaffen: Mit Warnwesten und Müllzangen ausgestattet, konnten die Jugendlichen bei uns pandemiegerecht im Freien arbeiten. Wir waren damals die Einzigen, die diesen Weg anboten, und wurden sofort von der Rechtspflege als Partner angenommen.
Hilfe auf Augenhöhe
Was uns von anderen unterscheidet? Wir agieren auf Augenhöhe. Wir begegnen Jugendlichen nicht wie klassische Sozialarbeiter, sondern als Erwachsene, die selbst noch wissen, wie es in diesem Alter war – inklusive der eigenen Fehler. Daraus entwickelte sich eine solide Basis: Die Jugendlichen akzeptierten uns als Vertrauenspartner, weit über die gerichtlichen Auflagen hinaus. Wir bieten keine Standardberatung nach dem Motto „Du musst dies tun“, sondern unterstützen im „Wie“ bei der Umsetzung ihrer eigenen Ziele. Jeder kann sich bei uns ausprobieren und entdecken, wo seine wahren Interessen liegen.
Transparenz und Neuanfang
Nach einer erzwungenen Pause sind wir nun mit voller Kraft zurück. Marc Mac Leod legte die Arbeit mit den Jugendlichen im Jahr 2021 vorerst aus ethischen Gründen nieder. Ihm war es wichtig, als Vorbild zu dienen, was während eines schwebenden Verfahrens nicht möglich schien.
Dabei ging es um Vorwürfe der Insolvenzverschleppung, die daraus resultierten, dass der Betrieb aufgrund der staatlichen Corona-Auflagen eingestellt werden musste, sowie um den Vorwurf der Geldwäsche im Zusammenhang mit einem Fahrzeugkauf. Beide Sachverhalte konnten vollständig aufgeklärt werden, sodass das Verfahren im Januar 2026 eingestellt wurde. Jetzt können wir dort anknüpfen, wo wir aufgehört haben: Authentisch, direkt und mit klarer Ausrichtung.
Unser neues Projekt: Ein Ort für Freiheit und Verantwortung
Wir haben zwischen Eichstetten und Nimburg ein Grundstück erhalten, das unsere neue Wirkungsstätte wird:-
- 1.000 qm Arbeitsraum: Hier bauen wir eine Wirkungsstätte für Sozialstunden sowie ein Material- und Maschinenlager für Forst & Landwirtschaftliche Arbeiten auf.
- 500 qm Jugendtreff: Ein Bereich mit Unterstand, Feuerstelle und Grillplatz, den die Jugendlichen selbst aufbauen und unter der Leitung des Vereins eigenverantwortlich verwalten. So übertragen wir ihnen echte Verantwortung.
- Ideale Lage: Nur 300 Meter vom Bahnhof Nimburg entfernt, sind wir perfekt an das S-Bahn-Netz angeschlossen und dennoch ohne direkte Nachbarschaft.
Den in den städtischen Parkanlagen und auf öffentlichen Spielplätzen sind Jugendliche selten gern gesehen oder willkommen, und Jugendeinrichtungen wie Treffs und Jugendzentren sind meist nur sehr kurzweilig ein paar Stunden die Woche geöffnet. Auf unserem Platz stört sich niemand an ihnen – hier können sie sein, wie sie sind: jung, naiv und bereit, die Welt auf ihre Weise zu entdecken. Hier darf gelacht und auch mal lauter diskutiert werden.
Heute sind wir stolz darauf, dass zu einem Großteil unserer ersten „Schützlinge“ noch immer ein freundschaftliches Verhältnis besteht – einige von ihnen arbeiten mittlerweile sogar aktiv bei uns mit.
